4. Oktober 2018

Wie Innovationen entstehen: Ein Besuch im Silicon Valley

Rolf Sahre, Vorstandsvorsitzender der MACH AG, berichtet über seine Erfahrungen und Erkenntnisse auf seiner Reise nach San Francisco. Neben der Eröffnung des Northern Germany Innovation Office standen Innovationen generell im Fokus.

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MACH unterstützt die Vernetzung mit dem Silicon Valley, um den kalifornischen Gründer- und Innovationsgeist nach Norddeutschland zu holen.

Rolf Sahre, Vorstandsvorsitzender MACH AG

Das Northern Germany Innovation Office

Im August reiste ich mit einer Delegation von knapp 70 Landtagsabgeordneten, Unternehmern und Vertretern aus Wissenschaft und Forschung aus Schleswig-Holstein nach San Francisco. Anlass war die Eröffnung des Northern Germany Innovation Office (NGIO), mit dem Schleswig-Holstein und Hamburg den Kontakt zu Unternehmen im Silicon Valley aufbauen und vertiefen wollen. Dazu beauftragte das Land die Wirtschaftsförderung Schleswig-Holstein (WTSH) zur Errichtung eines Büros in San Francisco. Und da MACH Partner dieser schönen Kooperation ist, ging es im August nach Kalifornien ins Tal der Erfinder und Innovatoren.

Die Idee, das Silicon Valley und Schleswig-Holstein enger zu vernetzen, ist während der letzten Delegationsreise nach San Francisco vor knapp zwei Jahren entstanden. Seitdem wurde dieser Gedanke von dem im Anschluss gegründeten Verein „The Bay Areas“ stetig vorangetrieben. Gerne unterstützt MACH als Gründungsmitglied von „The Bay Areas“ die Vernetzung mit dem Valley, denn wir sind fest davon überzeugt, dass wir dadurch den kalifornischen Gründer- und Innovationsgeist nach Norddeutschland holen können. Das Ziel dahinter? Noch bessere Lösungen schaffen, die unsere Gesellschaft voranbringen!

Inspiration aus dem Valley

Dass Reisen ins Silicon Valley nicht ohne Ergebnis bleiben, beweist übrigens auch unser Engagement zur Gründung eines Joint Innovation Labs (JIL), welches wir aktuell gemeinsam mit der Universität zu Lübeck und mit Unterstützung der Landesregierung in Lübeck aufbauen. Inspiriert von der engen Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft im Silicon Valley entstand während der letzten Delegationsreise nach San Francisco die Idee, auch in Lübeck beide Bereiche näher zusammenzubringen und die Verwaltung direkt ins Boot zu holen. Damit verfolgen wir das Ziel, in einer modernen und kreativen Arbeitsumgebung gemeinsam Verwaltungslösungen von morgen zu entwickeln.

Delegationsreise San Francisco. Foto des NGIO Office.

Brücke nach San Francisco

Das Joint Innovation Lab bildet gleichzeitig einen wichtigen Ankerpunkt für das Northern Germany Innovation Office. Beide Einrichtungen werden zukünftig in regelmäßigem und intensivem Austausch miteinander stehen. Durch diese enge Zusammenarbeit zwischen dem Valley und Schleswig-Holstein werden geeignete Gesprächs- und Kooperationspartner aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung direkt vernetzt. Zudem bietet die Kooperation von Innovation Lab und Innovation Office die Möglichkeit, das Mindset der Gründer und Innovatoren aus San Francisco nach Schleswig-Holstein zu holen sowie geeignete Ideen und Neuerung im Lab zu übernehmen.

Ziele, die wir mit dem NGIO verfolgen

Trends verfolgen

Austausch mit Start-ups

Lernen und übertragen

Wir wollen frühzeitig an technologischen Trends partizipieren, die im Valley entstehen.

Wir wollen gezielt den Austausch mit Start-ups und anderen Unternehmen suchen, die gut zu den Themen passen, an denen wir arbeiten.

Wir wollen besser verstehen, wie eGovernment im Silicon Valley funktioniert, um davon zu lernen und für deutsche Verwaltungen zu übertragen.

Highlights der Delegationsreise

Beeindruckt haben mich die überaus spannenden Gespräche mit den verschiedenen Vertretern aus Wirtschaft und Verwaltung zu den Themen eGovernment und Smart City. Wir konnten hier viele zukunftsweisende Ideen austauschen und mitnehmen, sodass wir diese vielleicht schon bald in Schleswig-Holstein erproben können.

Ein absolutes Highlight war außerdem das Treffen mit Saeed Amidi, dem Gründer und CEO von Plug and Play. Der sogenannte Accelerator begleitete Unternehmen wie Google, PayPal, DropBox und Co. von der ersten Stunde und machte sie groß, als noch niemand den späteren Markterfolg erahnte. Hier haben wir erfahren, wie man Start-ups identifiziert, fördert und entwickelt. Es wurde zudem deutlich, warum Start-ups so wichtig für die Schaffung von Innovation sind: Sie denken völlig neu und lösen so Probleme auf ganz neuen Wegen. Zudem fördert der Wettbewerb unter den Start-ups Erfindungen bzw. das Schaffen von neuen Ansätzen.

Wir wollen Konzepte für die vernetzte Stadt durchdenken und vorantreiben – darin stecken große Potenziale, die es zu heben gilt.

Rolf Sahre, Vorstandsvorsitzender MACH AG

Technische Neuerungen aus dem Valley

Und natürlich dürfen die technischen Neuheiten auf einer Reise ins Valley nicht fehlen. Daher ein kurzer Einblick in die interessantesten Firmenbesuche:

Google, Facebook und Amazon arbeiten daran, ein eigenes Internet aufzubauen, um Zugänge zu den ca. 4 Milliarden Menschen auf der Welt ohne Internetzugang zu schaffen. Dazu werden aktuell verschiedene Konzept getestet, die von Ballons in der Stratosphäre bis hin zu Mini-Satelliten im Orbit reichen. Damit leisten die Unternehmen einen großen Schritt auf dem Weg in die Unabhängigkeit von großen Telekommunikationsnetzen – für die Erschließung von Märkten wie Afrika und Indien ein wichtiger Schritt.

Zudem erprobt Amazon den Versand von Artikeln an Menschen ohne festen Wohnsitz, indem z. B. per Drohne an den Standort des Smartphones geliefert wird. Und während in Deutschland Drohnen immer noch als Exoten gelten, geht man in San José fest davon aus, dass Drohnen schon bald fester Bestandteil der Infrastruktur sein werden. Und so arbeitet man heute bereits an Konzepten, die den Flugverkehr von Drohnen regulieren.

Was ich mitgenommen haben

Die Delegationsreise hat mir einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, mutig in die Zukunft zu schauen. Es lohnt sich, Bewährtes neu zu denken, an neue Ideen zu glauben und diese konsequent nachzuverfolgen. Es ist absolut empfehlenswert, Konzepte für die vernetzte Stadt zu durchdenken und voranzutreiben – darin stecken große Potenziale, die es zu heben gilt.

Darum lassen Sie uns diese Chancen gemeinsam erkennen und die einzelnen Themen angehen. Ich freue mich auf Ihr Feedback und bin ganz gespannt, welche Ideen es in die Umsetzung schaffen.

Ihr Rolf Sahre

Rolf Sahre

Rolf Sahre,

Vorstandsvorsitzender MACH AG

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