26. November 2019
Smart City

Smart City – mehr als intelligente Ampeln

Die Zahl der intelligenten Städte wächst weltweit stetig, auch hierzulande macht der Trend keinen Halt. Im internationalen Vergleich laufen die Städte den Deutschen allerdings davon. Smart Cities stecken voller Potenziale – wenn der Ansatz stimmt.

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Summary

Das Potenzial von Smart Cities kann nur durch eine ganzheitliche Betrachtung aller dazugehörigen Themen ausgeschöpft werden. Die Basis für den Erfolg besteht aus den Kernelementen Bürger- bzw. Unternehmerbeteiligung, digitale Kompetenz, offene Daten und Nachhaltigkeit. Dabei darf nicht außer Acht gelassen werden, dass die Verantwortung für die Umsetzung von Smart Cities grundsätzlich in die Hände der Verwaltung gehört.

Zu unserer Vision gehört es, Synergien zwischen den einzelnen Bereichen zu schaffen und nutzbar zu machen.

Jan Hedtfeld,  Leiter Joint Innovation Lab

Jan Hedtfeld

Jan Hedtfeld,

Leiter Joint Innovation Lab

Vom Konzept der Smart City haben viele Menschen schon etwas gehört. Überall auf der Welt gibt es Städte, die sich mit neuen Konzepten und Maßnahmen in den vergangen Jahren als Vorreiter etabliert haben. Sie alle haben ein klares Ziel: das Schaffen lebenswerter Städte und Regionen.

Doch anders als an vielen Stellen angenommen, steckt hinter dem Begriff keine rein technologische Herangehensweise. Unserer Ansicht nach muss der Fokus auf einzelne Silos wie E-Mobilität, Infrastrukturverbesserung oder energetische Sanierung abgebaut werden und einer ganzheitlichen Betrachtung aller dazugehörigen Themen weichen.

Zu unserer Vision gehört es, Synergien zwischen den einzelnen Bereichen, die bei einer technologischen Betrachtung häufig übersehen werden, zu schaffen und nutzbar zu machen. Denn das Potenzial von Smart Cities ist enorm – wenn es geschickt und verantwortungsvoll genutzt wird.

Ein wichtiger Punkt dabei ist, nicht nur in Städtegrenzen, sondern auch darüber hinaus zu denken und lebenswerte Regionen zu schaffen. Denn nicht alle Menschen, die in einer Stadt arbeiten, wohnen auch darin – und doch sind sie Teil der Smart City.

Die Basis einer jeden erfolgreichen Smart City besteht aus den Kernelementen Bürger- bzw. Unternehmerbeteiligung, digitale Kompetenz, offene Daten und Nachhaltigkeit:

Vier Bausteine für den ganzheitlichen Erfolg

Beteiligung

Digitale Kompetenz

Offene Daten

Nachhaltigkeit

Datensicherheit

Beteiligung

Eine Smart City funktioniert nicht ohne ihre Bürger:innen und auch nicht an ihnen vorbei. Das Ziel muss sein, die Bewohner:innen und die Unternehmen von Anfang an mitzunehmen und Akzeptanz mit verständlichen Ansätzen zu etablieren. Am Ende soll jede:r die neuen Technologien nutzen wollen, statt es zu müssen.

Digitale Kompetenz

Eine Smart City ist nur dann intelligent, wenn jede:r beteiligt wird und jede:r denselben Zugang zu ihr hat. Jung und Alt sollten digitale Kompetenzen aufbauen und vorhandenes Wissen nutzen. Dasselbe gilt für Unternehmen. Gerade kleineren Betrieben muss es so einfach wie möglich gemacht werden.

Offene Daten

Daten sind der Motor einer Smart City – und sie müssen offen verfügbar sein. Dabei spielt ein verantwortungsvoller Umgang eine zentrale Rolle. Verwaltungen haben die Aufgabe, den Bürger:innen verständlich zu machen, dass es nicht um das Sammeln personenbezogener Daten geht. Viel eher sollten Städte der öffentlichen Verwaltung relevante Zahlen und Daten frei zur Verfügung stellen – ganz im Sinne des Open Government Data-Ansatzes.

Nachhaltigkeit

Eine Smart City muss und soll nicht umweltbelastend sein. Die Stadt soll ressourcenschonend lebenswerter gemacht werden und im Einklang mit der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung stehen.

Datensicherheit

Datensicherheit hat das technische Ziel, Daten jeglicher Art in ausreichendem Maße gegen Verlust, Manipulationen und andere Bedrohungen zu sichern. Datensicherheit und Datenschutz sind wesentliche Elemente einer digitalen Verwaltung. Die digitale Souveränität basiert aber auch auf den individuellen Fähigkeiten zur Kontrolle der eigenen Daten im Umgang mit digitalen Medien. Die Berücksichtigung der DSGVO (Datenschutzgrundverordnung) ist eine Grundvoraussetzung für den Umgang mit Daten in einer smarten Stadt. Bei der Verwendung von offenen Daten sprechen wir grundsätzlich nicht von personenbezogenen Daten. Diese sind unter einer Lizenz frei verfügbar, verteilbar sowie wiederverwendbar und werden daher in maschinenlesbarer Form zur Verfügung gestellt.

Verwaltung als zentrales Element

Derzeit machen weltweit Unternehmen mit ihren Smart-City-Ansätzen auf sich aufmerksam und treiben entsprechende Ideen voran. Dabei darf nicht vernachlässigt werden, dass die Verantwortung einer Smart City grundsätzlich in die Hände der Verwaltung gehört, damit nicht Firmen über Stadtteile oder Infrastrukturen bestimmen. Dafür bedarf es neuer Rollenbilder und der Ausbildung digitaler Kompetenzen in Verwaltungen. Nur so werden Städte lebenswert und bleiben es langfristig.

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