9. Januar 2020
Joint Innovation Lab

Staatsrat Lühr und Chef der Staatskanzlei Schrödter feiern 1 Jahr Joint Innovation Lab

Vor gut einem Jahr eröffnete Ministerpräsident Daniel Günther das Joint eGov and Open Data Innovation Lab in Lübeck. 12 Monate später besuchten Hans-Henning Lühr und Dirk Schrödter das Forschungslabor.

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Summary

Das Joint Innovation Lab erprobt, wie Künstliche Intelligenz, Augmented Reality, Blockchain und andere Technologien zukünftig die Arbeit in der Verwaltung erleichtern können. Hans-Henning Lühr (Staatsrat im Finanzressort Freie Hansestadt Bremen) und Dirk Schrödter (Chef der Staatskanzlei Schleswig-Holstein) begutachten im Forschungslabor die neuesten Prototypen und besprachen aktuelle Themen sowie Projekte für 2020.

„Für die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes brauchen wir genau solches Engagement sowie die gebündelte Expertise, die durch Kooperationen wie diese entstehen.”

Hans-Henning Lühr, Staatsrat im Finanzressort Freie Hansestadt Bremen

Für Staatsrat Hans-Henning Lühr war 2019 ein besonderes Jahr: Er hat als Vorsitzender des IT-Planungsrates die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung gesteuert und maßgeblich mit vorangetrieben. Dirk Schrödter hat diese Aufgabe in Schleswig-Holstein übernommen und z. B. mit der KI-Strategie des Landes eine wichtige Basis für den weiteren Ausbau der Digitalisierung geschaffen.

Nun trafen sich die beiden Dirigenten der Digitalisierung in Lübeck, um sich ein Bild von den aktuellen Arbeiten im Joint eGov und Open Data Innovation Lab (JIL) zu machen, das vor einem Jahr von der MACH AG sowie der Universität zu Lübeck mit Unterstützung der Landesregierung Schleswig-Holsteins gegründet wurde.

 

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Gewinn für Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft

Hans-Henning Lühr lobte die Initiative der MACH AG und der Universität zu Lübeck, ein Joint Innovation Lab zu errichten, das Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung näher zusammenbringt. „Es freut mich, dass mittelständische Unternehmen durch Zusammenarbeit, wie sie im Joint Innovation Lab gelebt wird, die Chance erhalten, die Digitalisierung der Verwaltung aktiv mitzugestalten. Für die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes brauchen wir genau solches Engagement sowie die gebündelte Expertise, die durch Kooperationen wie diese entstehen“, sagte Staatsrat Lühr. Laut Onlinezugangsgesetz (OZG) sind die Behörden in Bund, Ländern und Kommunen bis 2022 verpflichtet, ihre Verwaltungsleistungen online zugänglich zu machen – ein Vorhaben, das die Verwaltungen aktuell vor große Herausforderungen stellt und neue Lösungswege fordert. Er sagte außerdem über seinen Besuch im JIL:

Damit die Digitalisierung in den Verwaltungen gut gelingt, schreibt Rolf Sahre, Vorstandsvorsitzender der MACH AG und Gründungsmitglied des Joint Innovation Labs, der Wirtschaft eine wichtige Rolle zu und betonte die Bedeutung gegenseitiger Vernetzung. Er sagte: „Die Vorhaben im Zuge der Verwaltungsdigitalisierung müssen zukünftig noch besser mit der Wirtschaft abgestimmt werden, um sie noch schneller realisieren zu können. Gleichzeitig gilt es, die Erfahrungen der Wirtschaft noch besser mit den Erkenntnissen aus Wissenschaft und Verwaltungspraxis zu vernetzen. Das Joint Innovation Lab bietet dazu seit einem Jahr ideale Voraussetzungen.“

Wie gelingt eine effiziente Umsetzung?

Ob Onlinezugangsgesetz, Single Digital Gateway, E-Rechnung oder andere Digitalisierungsthemen – für die Projektbeteiligten stellt sich vor allem die Frage, wie die Umsetzung möglichst effizient erfolgen kann. Eine Antwort lieferte der Projekteinblick der MACH AG: Mit der E-Rechnungseinführung in über 20 Bundesbehörden zum 27. November 2019 zeigte das Gründungsmitglied des Joint Innovation Labs, wie ein zuvor gemeinsam definierter Standardprozess hilft, komplexe Digitalisierungsprojekte erfolgreich umzusetzen. Außerdem braucht die Verwaltung intelligente Hilfsmittel, die Arbeiten vereinfachen und Fehler reduzieren. Das JIL präsentierte, welche neuen Möglichkeiten Künstliche Intelligenz (KI) hier zukünftig bietet, wenn z. B. Antragsverfahren durch KI unterstützt werden.

Dirk Schrödter zeigte sich beeindruckt von den KI-Prototypen und wünscht sich mehr Kooperationen in diesem wichtigen Handlungsfeld. „In Schleswig-Holstein wurde im Frühsommer 2019 mit der Verabschiedung einer KI-Strategie ein wichtiger Meilenstein erreicht. Erste wichtige Projekte sind auf dieser Basis gestartet, die wir 2020 weiter ausbauen werden. Besonders wichtig ist uns in diesem Zusammenhang der Transfer von Erkenntnissen aus der Wissenschaft in die Unternehmen. Das JIL bringt in einem Ökosystem die Erkenntnisse aus den Disziplinen Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung exemplarisch zusammen, um Themen wie KI gemeinsam anzugehen und zukünftig besser nutzbar zu machen“, sagte Schrödter.

E-Partizipation mit Blockchain und Krisentraining mit Augmented Reality

Auch die Blockchain-Technologie hat das JIL erprobt: Sie liefert die Basis für das Projekt „E-Partizipation“. Die Projektbeteiligten zeigten eine App, mit deren Hilfe Bürger:innen manipulationssicher und anonym an politischen Entscheidungen teilnehmen können. Hans-Henning Lühr und Dirk Schrödter erfuhren außerdem, wie im Projekt „oKat-SIM“ Techniken der erweiterten Realität (Augmented Reality, AR) und E-Learning zum Einsatz kommen, um Führungskräfte in Verwaltungen besser auf Krisenszenarien vorzubereiten. Dieser Ansatz soll Krisenstäben helfen, Einsatzszenarien realitätsnah erfahrbar und räumliche Zusammenhänge von Naturkatastrophen begreifbar zu machen, um typische Handlungsoptionen zu trainieren.

Moreen Heine, Professorin für E-Government und Open Data Ecosystems am Institut für Multimediale und Interaktive Systeme und Leiterin des Joint Innovation Labs, betonte schließlich, dass bei allen Projekten im Joint Innovation Lab die Menschen mit ihren Bedürfnissen im Vordergrund stehen. Die Software-Entwicklung folgt daher menschzentrierten Entwicklungsprozessen. „Wir glauben, dass wir den Digitalisierungsprozess in den öffentlichen Verwaltungen durch ein agiles Vorgehen und die enge Zusammenarbeit von Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft wesentlich beschleunigen können. Dass dieser Ansatz Potenzial hat, zeigt das große Interesse am Joint Innovation Lab weit über die Grenzen Lübecks hinaus”, so Prof. Heine weiter.

Das JIL und seine Partner

Das JIL folgt insgesamt einem offenen, kooperativen Ansatz – das heißt: Behörden, genauso wie Forschungseinrichtungen und Unternehmen können jederzeit Teil des Labs werden. Jüngste Projektpartner sind die Fachhochschule für Verwaltung und Dienstleistung in Altenholz (FHVD) sowie das Kompetenzzentrum für Verwaltungsmanagement (KOMMA). Beide Einrichtungen arbeiten mit dem JIL im Bereich der Fort- und Weiterbildung angehender Verwaltungsmitarbeiter:innen zusammen und werden gemeinsam einen Aus- und Weiterbildungsplan im Bereich E-Government erarbeiten.

Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.jil.sh.

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