4. Oktober 2018

Die Zukunft im Blick: Der MACH Innovation Hub stellt sich vor

Ein Team aus Experten nimmt aktuelle Trends wie Künstliche Intelligenz (KI), Augmented Reality (AR) und Blockchain im MACH Innovation Hub genau unter die Lupe und prüft den Nutzen für Verwaltungen und Bürger. Im Interview stellt Lena Müller-Ontjes, die Leiterin des MACH Innovation Hub, ihr Team vor und gibt einen Einblick in die spannenden Aufgaben.

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Die Arbeit des MACH Innovation Hub hilft unseren Kunden, zu entscheiden, welche Investitionen sich mit Blick in die Zukunft lohnen.

Lena Müller-Ontjes, Leiterin MACH Innovation Hub

Der MACH Innovation Hub ist ein noch sehr junger Bereich bei MACH. Warum hat MACH den Hub geschaffen und womit beschäftigt sich das Team?

Lena Müller-Ontjes: Der Innovation Hub ist ein Anfang 2018 geschaffener neuer Bereich bei MACH, den wir seitdem kontinuierlich aufbauen. Auch in der Vergangenheit haben wir uns schon mit Innovationen beschäftigt. Doch angesichts immer schneller voranschreitender technologischer Veränderungen haben wir uns entschieden, einen Expertenkreis im Unternehmen aufzubauen, der sich ausschließlich auf IT-Trends, neue Technologien und deren Nutzen und Einsatzmöglichkeiten für die öffentliche Verwaltung konzentriert. Diese Fokussierung ermöglicht es, neue Themen schneller und mit höherer Intensität angehen und umsetzen zu können.

Was ist das Ziel des Innovation Hub? Und wie erfolgt die Zusammenarbeit mit anderen Bereichen bei MACH?

Lena Müller-Ontjes: Der Innovation Hub dient im ersten Schritt dazu, Wissen zu neuen Themen aufzubauen, welches wir mit dem Unternehmen teilen, um es mit dem dortigen Fachwissen wiederum zu verknüpfen. Wir bringen so Technologie- und Fachwissen zusammen, um dann sehr schnell auch erste Prototypen schaffen zu können. Dabei ist es auch unser Ziel, neue Technologien in bestehende Lösungen zu integrieren, um diese weiterzuentwickeln und zukunftsfähig aufzustellen.

Welche Vorteile werden MACH Kunden aus dem Innovation Hub ziehen?

Lena Müller-Ontjes: Die Arbeit des MACH Innovation Hub wird uns helfen, an unsere Kunden klar und kompetent zu kommunizieren, welche Investitionen sich langfristig und mit Blick in die Zukunft lohnen. Wir wissen durch unsere Arbeit in Zukunft auch genauer, wann sich bestimmte Technologien nicht lohnen – eine wichtige Basis, um unseren Kunden vielleicht auch mal davon abzuraten, in eine bestimmte Technologie zu investieren.

In einem mittlerweile immer schwerer überschaubaren Feld an technologischen Möglichkeiten wird es zukünftig noch stärker darauf ankommen, rechtzeitig den richtigen Abzweig zu nehmen - getreu dem Motto "Lieber Überholspur als Sackgasse!" Deshalb beschäftigen wir uns heute mit Themen wie Blockchain, Künstliche Intelligenz bzw. Machine Learning oder auch Augmented Reality und ihren Auswirkungen auf ERP-Systeme und Fachanwendungen der Verwaltung.

Gruppenbild 4 Personen

Wie entstehen neue Ideen? Woher zieht das Team Impulse? Und wie werden diese weiterverfolgt?

Lena Müller-Ontjes: Wir entwickeln gemeinsam mit Kollegen, Kunden und Interessenten neue Ideen. Dazu ist der offene und regelmäßige Austausch miteinander außerordentlich wichtig. Mit unseren Kunden stehen wir in sehr engem Kontakt – ihr Feedback schätzen wir sehr, da es uns wichtige Hinweise für die Richtung unserer Arbeit gibt. Tatsächlich stehen wir eher vor der Herausforderung, dass es unzählig viele gute innovative Ideen gibt, für die wir gerne einen Prototyp erstellen würden.

Aber auch hier prüfen wir gemeinsam mit unseren Kunden, welche Ideen tatsächlich Nutzen stiften und inwiefern diese weiterverfolgt werden sollten. Das ist also durchaus ein iteratives, interaktives Vorgehen, getrieben von der Frage: Welche Idee bringt das größte Potenzial mit und soll weiterverfolgt werden? In der Regel setzen sich die Ideen durch, die den größten Nutzen stiften und die sich möglichst schnell in Prototypen umsetzen lassen. So können wir in Piloten erste Tests gemeinsam mit Anwendern realisieren, was schließlich neue Erkenntnisse über die Anwendung der jeweiligen Technologie liefert.

Wer arbeitet im MACH Innovation Hub?

Jan Hedtfeld

Natalie Wasiljew

André Gode

Lena Müller-Ontjes

(v.l.n.r.) leitet das Joint Innovation Lab, eine Kooperation von Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft zwischen dem Land Schleswig-Holstein, der Universität zu Lübeck und der MACH AG. Im Vordergrund steht die softwarebezogene Forschung im Zusammenwirken mit nutzerzentrierten Entwicklungsprozessen. In der engen Zusammenarbeit der Beteiligten sieht er großes Potenzial, um innovative Lösungen zu schaffen.

recherchiert als Research Analyst die Trends in unseren Märkten in Deutschland und über die Landesgrenzen hinweg. Die Sammlung von Wissen und die strukturierte Aufbereitung ermöglicht die Erschließung von Zusammenhängen und den Transfer aus anderen Branchen, um neue Lösungen für die öffentliche Verwaltung zu schaffen.

findet als Innovation Architect die Architektur von großen Softwaresystemen besonders spannend und erforscht neue Themen und Trends. Er entwickelt Prototypen auf Basis von teilweise unerforschten jungen Technologien, hinterfragt, spürt auf und sucht nach passenden Lösungen, so dass die Ideen lebendig werden. Sein Spezialgebiet ist der Bereich Künstliche Intelligenz.

hat als Leiterin des MACH Innovation Hub die Zukunftsthemen im Blick. Mit dem MACH Innovation Hub untersucht sie, wie zukunftsträchtige Technologien in der öffentlichen Verwaltung bestmöglichen Nutzen stiften können. Sie hält die Menschen, Strukturen und Prozesse zusammen und bereitet den Weg für die Ideenentwicklung und Lösungsfindung.

Das Feedback der Nutzer ist Gold wert und hilft uns, die weiteren Entwicklungsschritte anzugehen.

Lena Müller-Ontjes , Leiterin MACH Innovation Hub

Der MACH Innovation Hub entwickelt Prototypen. Was ist darunter zu verstehen?

Lena Müller-Ontjes: Genau, die Entwicklung von Prototypen ist ein wesentlicher Schwerpunkt unserer Arbeit. Prototypen sind Funktionen und Anwendungen, die noch nicht im produktivbetrieb einsetzbar sind, jedoch dem Nutzer einen Eindruck geben, wie das zukünftige Produkt aussehen könnte. Und nicht nur das: Der Nutzer kann mindestens eine Funktion ausprobieren und bekommt dadurch schon eine gute Idee davon, wie sich das zukünftige Produkt anfühlen könnte. Das Feedback der Nutzer ist Gold wert und hilft uns, die weiteren Entwicklungsschritte anzugehen. Folgende Szenarien sind denkbar:

  • Der Prototyp stößt auf großes Interesse. Er wird daher weiter optimiert, mit dem Ziel produktiv eingesetzt zu werden.
  • Der Prototyp stößt auf wenig Interesse und wird daher bis auf Weiteres zurückgestellt oder gar nicht weiterverfolgt.

Weiterhin beteiligt sich der MACH Innovation Hub an Pilotprojekten, um die neuen Technologien hinsichtlich Akzeptanz, Wirtschaftlichkeit, Marktpotenzial und technischer Optimierungsmöglichkeiten im Feldversuch zu erproben.

Inwiefern gehört Scheitern zum Daily Business?

Lena Müller-Ontjes: Nicht jeder Prototyp ist ein Erfolg – das ist ganz normal in der Forschung und Entwicklung, in der Praxis aber nicht immer ganz einfach zu verkraften. Denn der Weg zum Prototyp fordert zum Teil bereits sehr viel Energie. Am Anfang steht eine Idee, die mit Kollegen in einem Workshop mit viel Leidenschaft entwickelt wird. Dann beginnt man und merkt, es ist doch nicht so einfach wie erwartet: Die Ergebnisse entsprechen vielleicht nicht den Erwartungen der Nutzer. Man weiß aber, man hat Stunden, ja vielleicht Tage in die Funktion gesteckt, immer wieder neue Lösungswege ausprobiert – jedoch ist das Ergebnis nicht ausreichend.

Wir nutzen Timeboxen – das heißt: wir legen einen Zeitumfang fest, in dem wir einen Prototyp erstellen wollen und nach Ablauf der Zeit entscheiden wir, welche weiteren Schritte wir gehen. Dann muss man in der Lage sein, loszulassen, die Idee zu verändern, weiterzuentwickeln oder auch mal die Idee zu begraben und die gewonnenen Erkenntnisse dokumentieren. Am Ende kann etwas ganz Großes daraus werden. Vielleicht ist der Teil der ursprünglichen Idee dann nur noch geringfügig vorhanden – aber was zählt, ist das dann entstandene gute Produkt.

Arbeitet der MACH Innovation Hub auch mit anderen Forschungseinrichtungen zusammen?

Lena Müller-Ontjes: Ja, wir stehen in regelmäßigem Austausch mit anderen Forschungsabteilungen und erweitern hier stetig unser Netzwerk. Und auch mit der Universität zu Lübeck haben wir einen Forschungspartner, mit dem wir in den letzten Jahren häufig zusammengearbeitet haben. Gemeinsam mit einem Team aus Studenten und wissenschaftlichen Mitarbeitern um Prof. Dr. Michael Herczeg aus dem Institut für Multimedia und Interaktive Systeme an der Universität zu Lübeck haben wir binnen weniger Monate zwei Showcases entwickelt, die wir in diesem Jahr auf der CEBIT vorstellen konnten. Dazu erhielten wir sehr viel positives Feedback sowie Anregungen zur Weiterentwicklung von den Besuchern.

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