4. Oktober 2018

Augmented Reality: Sinnvolle Technologie für Verwaltungen?

Laut einer Onlinebefragung von SPLENDID RESEARCH GmbH haben bereits 46,3 % aller Deutschen Augmented Reality genutzt, ohne es explizit zu wissen. Was verbirgt sich hinter dieser Technologie und wo wird sie bereits eingesetzt? Inwiefern ist der Einsatz von Augmented Reality in öffentlichen Verwaltungen denkbar und sinnvoll?

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Augmented Reality und was dahinter steht

Augmented Reality (AR) ist eine Technologie, welche die visuelle Wahrnehmung der Außenwelt mithilfe einer speziellen Brille, Smartphone oder Tablet um zusätzliche, virtuelle Objekte erweitert bzw. überlagert. Durch AR wird also die reale Welt des Nutzers um virtuelle Objekte ergänzt – nicht zu verwechseln mit Virtual Reality (VR) – eine Technologie, bei der der Nutzer in eine vollständig virtuelle Welt abtaucht.

Wie funktioniert Augmented Reality?

Eine auf die Umgebung bzw. auf ein Objekt gerichtete Kamera, die sich z. B. in einem Smartphone oder Tablet befindet, filmt die Umgebung. Der integrierte Prozessor verarbeitet diese Daten und reichert sie mit zusätzlichen Daten an. Diese können beispielsweise von GPS-Empfängern oder Beschleunigungsmessern stammen. Denkbar ist auch, dass 3D-Modelle oder einfach nur Texte hinzugefügt werden.

Augmented Reality im Praxiseinsatz

Das Einsatzgebiet von Augmented Reality ist sehr breit gefächert: Im alltäglichen Leben können Aufbau- oder Bedienungsanleitungen durch AR interaktiv gestaltet werden. So helfen Einrichtungshäuser ihren Käufern z. B. bei der visuellen Planung und Gestaltung des Wohnraumes. Und im Tourismus wird die Technologie genutzt, um Straßen bzw. Gebäude mit individuellen Informationen anzureichern.

Echter Mehrwert im Business ist bei der Montage, Reparatur oder Fertigung aufwendiger und hochkomplexer Objekte zu verzeichnen. So kann die Produktivität gesteigert und die Fehlerquote minimiert werden. Die Medizin nutzt diese Technologie bereits im Operationssaal und kann verschiedene Trainingseinheiten damit gut simulieren und durchführen.

Augmented Reality Bauplan eines Hauses hinter zwei Personen mit Tablets

Augmented Reality in Verwaltungen

Auch für die öffentliche Verwaltung ist der Einsatz von Augmented Reality nutzenstiftend. Für Verwaltungen ergeben sich durch die Anwendung von AR etliche Vorteile. Aktuell gibt es noch viele Anträge und Formulare, die von Bürgern und Verwaltungsmitarbeitern ausgefüllt werden. Das Ausfüllen ist in der Regel eine aufwendige Angelegenheit – vor allem für den sogenannten Gelegenheitsnutzer.

Vorteile, die AR für Verwaltungsmitarbeiter liefert

Zusatzinformationen

Intuitive Steuerung

Dort, wo Verwaltungen Sachstände wie z. B. Unfallhergänge prüfen und dokumentieren, kann Augmented Reality zum Einsatz kommen. Bei der Prüfung kann eine AR-Brille z. B. eine Anleitung oder eine Aufgabenliste in das Blickfeld des Bearbeiters projizieren, ohne dass die Hände benutzt werden müssen.

Durch Sprache oder Gestik kann die Aufgabenliste schließlich abgearbeitet werden. Das Nutzererlebnis wird natürlicher. Die Steuerung der Systeme erfolgt intuitiv, was wiederum zu einer effizienteren und reibungslosen Bearbeitung führt.

Was haben Bürger davon?

Letztendlich profitieren Bürger durch die Beschleunigung von Antrags- und Genehmigungsprozessen. Ein konkretes Beispiel liefert ein Showcase, den der MACH Innovation Hub in Zusammenarbeit mit dem Institut für Multimediale und Interaktive Systeme der Universität zu Lübeck für die Bauverwaltung entwickelt hat. Durch den Einsatz von Augmented Reality im Rahmen von Baugenehmigungsverfahren können geplante (Um-)Bauten einfach und unkompliziert visualisiert werden. Zudem verbindet der Showcase die AR-Anwendung mit der MACH E-Verwaltung, so dass weitere Prozesse in der E-Verwaltung direkt angestoßen werden können. Baugenehmigungsprozesse ließen sich so um einige Abstimmungsschleifen reduzieren – echte Zukunftsperspektiven für alle Bauämter, Bauunternehmer und Bauherren!

Die AR-Technologie und ihre intelligente Anbindung an Fachverfahren der Verwaltung bringt einen Mehrwert für alle Beteiligten.

Natalie Wasiljew, Research Analyst im MACH Innovation Hub

Vorteile, die AR für Bürger liefert

Lebendige Formulare

Fehlerfreie Eingaben

Augmented Reality kann bei der Bearbeitung unterstützen und Formulare lebendig werden lassen, indem eine AR-Anwendung eine Anleitung mit Beispielen ins Blickfeld des Antragstellers projiziert. Dazu richtet der Nutzer sein Smartphone, Tablet oder eine AR-Brille auf das Formular.

Mit Hilfe von Augmented Reality werden Informationen in dem Kontext dargestellt, wo sie benötigt werden und Formulare können vom Nutzer eigenständig und fehlerfrei ausgefüllt werden.

Unser Fazit: Der Einsatz von Augmented Reality in Verwaltungen lohnt sich

Die AR-Technologie und ihre intelligente Anbindung an Fachverfahren der Verwaltung bringt einen Mehrwert für alle Beteiligten. Unserer Ansicht nach liefert diese Technologie viele Vorteile, die Verwaltungen ihre Arbeit erleichtern können. Bürger profitieren von Augmented Reality durch zusätzliche visuelle Informationen und letztendlich durch verkürzte Prozesse. Uns ist auch bewusst, dass die Technologie noch sehr jung ist und sinnvolle Einsatzszenarien noch weiter erprobt und erforscht werden müssen. Diesen Weg wollen wir begleiten. 

Der MACH Innovation Hub beschäftigt sich daher weiterhin mit den Einsatzmöglichkeiten von Augmented Reality in der Verwaltung und wird dieses Gebiet zukünftig unter anderem gemeinsam mit der Universität zu Lübeck im Joint Innovation Lab verproben. Wir freuen uns, schon bald wieder dazu zu berichten.

natalie wasiljew

Natalie Wasiljew,

Research Analyst im MACH Innovation Hub

Augemented Reality Animation eines Hauses auf einem Tablet

Mit MACH die Realität erweitern und Bauprozesse verkürzen

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